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Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder gehören zu den wichtigsten Stabilisatoren des Kniegelenkes. Es gibt ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Ihren Namen haben sie erhalten, da sie sich im Zentrum des Kniegelenkes kreuzen. Die Kreuzbänder verhindern ein nach vorne bzw. nach hinten Gleiten des Unterschenkels und führen das Gelenk bei der Bewegung.

Darstellung der Kreuzbänder anhand einer anatomischen Skizze
Anatomie der Kreuzbänder

Ein Kreuzbandriss ist eine sehr häufige Verletzung und betrifft meist das vordere Kreuzband. Ursache sind übermäßige Krafteinwirkungen auf das Kniegelenk wie sie im Rahmen eines Sport- oder Verkehrsunfall entstehen. Beim vorderen Kreuzbandriss führt oft eine plötzliche Richtungsänderung oder Drehbewegung bei gleichzeitiger Beugung oder eine Überstreckung zur Verletzung.  Besonders häufig treten vordere Kreuzbandrupturen bei Kontaktsportarten (Fußball, Handball, Volleyball, Basketball), Stop-and-Go Sportarten (Tennis, Squash, Badminton) und beim Schifahren auf.

Darstellung eines vorderen Kreuzbandrisses anhand einer anatomischen Skizze
Schematische Abbildung eines vorderen Kreuzbandrisses

Symptome beim Kreuzbandriss

Kommt es zu einem Kreuzbandriss, treten in der Regel plötzlich starke Schmerzen im Knie auf. Begleitet wird ein Kreuzbandriss oft mit einem Zerreißungsgeräusch, das als Knacken oder Knall wahrgenommen wird. In den nächsten Stunden schwillt das Kniegelenk an. Dies führt häufig zu einer Bewegungseinschränkung. Nach Abklingen der akuten Symptome in der ersten Woche, bleibt meist ein Instabilitätsgefühl zurück. Ganz Charakteristisch dafür ist ein Gefühl, dass das Kniegelenk beim Gehen oder Laufen nachgibt (giving-way Attacke). Das Ausmaß der Insatbilität ist von den anderen Kniestabilisatoren, die zum Teil die Funktion des vorderen Kreuzbandes übernehmen können, und dem Trainingszustand des Betroffenen abhängig.

Manchmal kann ein vorderer Kreuzbandriss auch mit geringen Symptomen einhergehen und bleibt deshalb vom Betroffenen unbemerkt bis sich ein Instabilitäts- und Unsicherheitsgefühl beim Gehen oder beim Sport einstellt.

Diagnose bei einem Kreuzbandriss

Anhand einer genauen Beschreibung des Verletzungshergangs, der typischen Symptome und durch eine gründliche klinische Untersuchung, bei der die Stabilität im Kniegelenk überprüft wird, kann vom Arzt meist ein Kreuzbandriss diagnostiziert werden.

Darstellung eines intaktes vorderes Kreuzband im MRT
intaktes vorderes Kreuzband im MRT
Darstellung eines vorderer Kreuzbandriss im MRT
Riss des vorderen Kreuzbandes im MRT

Darüber hinaus sollte ein bildgebendes Verfahren wie ein Röntgen und eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, um die Diagnose zu sichern und eventuelle Begleitverletzungen abzuklären. Das Vorliegen von Begleitverletzungen beeinflusst neben anderen Faktoren die weitere Therapiewahl.

Behandlung beim Kreuzbandriss

Grundsätzlich kann ein Kreuzbandriss sowohl konservativ, das bedeutet ohne Operation mit Physiotherapie und medikamentöser Schmerztherapie, als auch operativ mit einer arthroskopischen Kreuzbandplastik behandelt werden. Ob eine Operation notwendig ist, hängt vom Ausmaß der Instabilität, der sportlichen Aktivität, dem Alter des Patienten und vorhandener Begleitverletzungen ab. Eine anhaltende Instabilität nach einem Kreuzbandriss führt insbesondere bei Belastung zu starken Scherkräften, die eine Schädigung des Gelenksknorpels und des Meniskus verursachen. Je höher der sportliche Aktivitätsgrad desto eher ist die operative Rekonstruktion indiziert. Man unterscheidet zwischen vier Aktivitätsniveaus:

I Aktivitäten mit belastender Rotation, Kontaktsportarten
II schwere körperliche Arbeit, Tennis, Skifahren
III leichte körperliche Arbeit, Joggen, Springen
IV Alltagsaktivitäten, sitzende Tätigkeit

Besteht bei einem sportlich wenig aktivem Patienten eine hochgradige Instabilität ist auch hier eine Operation angeraten.

Darstellung eines intaktes vorderes Kreuzband in einer Arthroskopie
intaktes vorderes Kreuzband in einer Arthroskopie
Darstellung eines fehlenden vorderen Kreuzbandes nach Kreuzbandriss in einer Arthroskopie
fehlendes vorderes Kreuzband nach Kreuzbandriss in einer Arthroskopie

Konservative Therapie beim Kreuzbandriss

In der akuten Phase nach dem Kreuzbandriss stehen abschwellende und schmerzstillende Maßnahmen im Vordergrund. Das Knie sollte frisch nach der Verletzung gekühlt und hochgelagert werden. Weiters kann das Knie mit einer Orthese oder Bandage ruhiggestellt werden und mit Unterarmstützkrücken entlastet werden. Schmerzen und Schwellung können durch Einnahme und lokale Anwendung von Schmerzmitteln behandelt werden.

Sind die akuten Beschwerden nach dem Kreuzbandriss abgeklungen, kann mit physiotherapeutischen Maßnahmen wie Muskelaufbau und Koordinationstraining (Propriozeptionstraining) begonnen werden. Ziel der konservativen Therapie ist es die verlorene Bandfunktion im Knie nach einem Kreuzbandriss durch eine bessere muskuläre Stabilisierung zu kompensieren.

Operative Therapie – vordere Kreuzbandplastik

Bei der arthroskopischen Kreuzbandplastik werden in der Regel körpereigene Sehnen als Ersatz (=Transplantat) für das gerissene Kreuzband verwendet. Zur Auswahl stehen verschiedene Sehnen:

  • Semitendinosus- und Gracilis-Sehne (STG)
  • ein Teil der Kniescheibensehne (BTB)
  • ein Teil der Quadrizepssehne

Neben körpereigenen Sehnen ist es auch möglich sogenannte Allografts zu verwenden. Dabei handelt es sich um Sehnen von verstorbenen Spendern, die nach einer aufwendigen Aufbereitung transplantiert werden können. Jede Technik hat bestimmte Vor- und Nachteile. Deshalb sollte die Entscheidung der Transplantatwahl individuell für die Bedürfnisse des Patienten getroffen werden.

Ganz entscheidend ist bei der Operation die korrekte Positionierung des Transplantates, da nur so eine gute Stabilität und Funktion erreicht werden kann. Durch die neuesten Techniken ist es nun möglich eine anatomische und somit korrekt funktionelle Positionierung des Kreuzbandersatzes zu erzielen.

Um das Kreuzbandtransplantat zu fixieren, wird in den Oberschenkelknochen und das Schienbein am jeweiligen Ansatzpunkt des alten Kreuzbandes ein Bohrkanal gebohrt, in das die beiden Transplantatenden eingezogen werden. Für die Fixierung des Transplantates in den Bohrkanälen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Art der Fixierung ist die Verwendung eines kleinen Metallblättchens (Endobutton), das dem Knochen außen anliegt und ein Zurückgleiten des Transplantates verhindert. Eine andere Möglichkeit ist das Transplantat mit einer Schraube im Bohrkanal zu befestigen. Dazu wird eine bioresorbierbare Interferenzschraube (löst sich mit der Zeit im Körper von selbst auf) oder eine Metallschraube neben das Transplantat in den Bohrkanal eingebracht.

Schematische Darstellung einer vorderen Kreuzbandplastik
vordere Kreuzbandplastik mit der All-inside Technik (Quelle: Arthrex)

Operative Therapie – Kreuzband Refixation

Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann eine Kreuzband erhaltende Operation (Kreuzband Refixation) durchgeführt werden. Da das Kreuzband ein sehr schlechtes Heilungspotential besitzt, muss der Kreuzbandriss für die Kreuzband Refixation relativ frisch sein und das Kreuzband möglichst nahe dem Ansatz am Oberschenkelknochen gerissen sein.
Für die Refixation stehen inzwischen verschiedene Techniken zur Verfügung. Das Kreuzband kann beispielsweise mit Dübeln an den Oberschenkelknochen refixiert werden oder mit einem Metallblättchen (Endobutton), das dem Knochen außen anliegt, befestigt werden. Zusätzlich kann das Kreuzband mit einem künstlichen Faden verstärkt (augmentiert) werden, um das Kreuzband während der Heilungsphase zu entlasten.

Der große Vorteil einer Kreuzband Refixation ist, dass das körpereigene Kreuzband erhalten werden kann und keine Sehne zur Rekonstruktion entnommen werden muss. Weiters bleiben wichtige Rezeptoren (Propriozeptoren) des Kreuzbandes erhalten, die für die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung im Raum verantwortlich sind. Dies ermöglicht nach der Operation eine schnellere Rehabilitation.

Schematische Darstellung einer vorderen Kreuzband Refixation
vordere Kreuzband Refixation mit Dübeln (Quelle: Arthrex)

Nachbehandlung bei einer Kreuzbandoperation

Da die neuen Operationstechniken eine sehr stabile Fixierung des Transplantates aufweisen, sind Unterarmstützkrücken zur Entlastung nur für ca. 2-4 Wochen notwendig. Eine Schiene ist meist nicht erforderlich. Mit Ergometertraining kann 2 Wochen nach der Operation begonnen werden, Laufen ist nach 6-8 Wochen möglich, sportartspezifisches Training nach 6 Monaten. Sportarten wie Fußball, Handball, Squash, Badminton und Schifahren sollten erst nach 9-12 Monaten ausgeübt werden.

Häufige Fragen zum Thema Kreuzbandriss

Wie lange muss ich nach einer Kreuzband-OP im Krankenhaus bleiben?

Gewöhnlich kann man nach einer Kreuzband-OP bereits am nächsten Tag nach Hause gehen. Die genaue Dauer des Krankenhaus-Aufenthaltes richtet sich natürlich nach der individuellen Schmerzsituation und der Mobilisierung des Patienten.

Muss ein Kreuzbandriss immer operiert werden?

Nein, ob man einen Kreuzbandriss operieren lassen oder konservativ (mit Physiotherapie und medikamentöser Schmerztherapie) behandeln sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich gilt, je höher die Instabilität und je höher die sportliche Aktivität (Anforderung an das Kniegelenk), desto eher ist eine Operation notwendig. Weiters beeinflusst auch das Alter des Patienten und vorhandene Begleitverletzungen (z.B. Meniskusriss, Knorpelschäden) die Therapieentscheidung. Besteht nach einem Kreuzbandriss eine anhaltende Instabilität, treten starke Scherkräfte im Gelenk auf, die den Gelenksknorpel und den Meniskus schädigen können. Aus diesem Grund sollte der Kreuzbandriss bei anhaltender Instabilität operativ versorgt werden.

Wie lange benötige ich nach einer Kreuzband-OP Krücken?

Die neuen Techniken zur Fixierung des Kreuzbandtransplantates sind sehr stabil, trotzdem sollten für ca. 2-4 Wochen Unterarmstützkrücken verwendet werden, um das Gelenk nicht voll zu belasten und die Einheilung des Transplantates zu ermöglichen.

Was ist die beste OP-Technik beim Kreuzbandriss?

Dies lässt sich so allgemein nicht beantworten und sollte für jeden Patienten individuell entschieden werden. Jede OP-Technik hat gewisse Vor- und Nachteile. Ganz entscheidend ist die richtige anatomische Platzierung des Transplantates an den Ansatzpunkten des ursprünglichen Kreuzbandes. Für die Kreuzband-Rekonstruktion stehen verschiedene Sehnentransplantate und Fixierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche für den Patienten am geeignetsten ist hängt von möglichen Begleitverletzungen, Voroperationen und Anforderungen an das Kniegleenk (z.B. kniende Tätigkeiten) ab und sollte mit dem behandelnden Kniespezialisten besprochen werden.